Du hast die Wahl. In diesem Fall nicht.

Du hast die Wahl. In diesem Fall nicht.

Du hast die Wahl. Fast immer. Du kannst wählen, ob Du dieses oder jenes tust. Du kannst tun oder sein lassen. Du wählst, was Du tust oder nicht tust.

Auch dann, wenn es sich um demokratische Wählen handelt, gilt: Du hast die Wahl. Nämlich zunächst einmal, ob Du wählen gehst oder auch nicht. Andererseits ist dies an der Stelle eine Wahl, die theoretisch ist. Also Deine Wahl (zu wählen oder nicht) – nicht die demokratische Wahl (auch darüber könnte man trefflich diskutieren, aber ich bleibe mal unpolitisch und zurückhaltend. Was ich im übrigen mir ab und an auch von Anderen mal wünschen würde, und gleichzeitig wünsche ich mir mehr Gesicht. Und Gesichter. Es langweilt mich auch in dem Fall, immer wieder dieselben zu sehen, und gleichzeitig ist es ab und an beruhigend).

Du kannst es sein lassen, aber wer das Wahlrecht in dieser Form hat, hat es eben auch nicht – aufgrund der gesellschaftlichen Pflicht, die es beinhaltet. Denn es ist nun einmal nicht selbstverständlich, wählen gehen und damit eben auch zu einem Teil beitragen zu dürfen, wie unser Land in den nächsten vier Jahren regiert werden wird. Es ist hoffentlich selbstverständlich für Dich, wählen zu gehen oder zu wählen.

Du musst vertrauen, dass Dir das, was Dir die zu wählenden Menschen versprechen, auch eingehalten werden wird. Gleichzeitig darfst Du Deine langjährige Erfahrung mit Politikern und Menschen generell einsetzen, um die Schwätzer und Stimmenfänger von denen, die es ernst meinen, zu unterscheiden.

Bleiben immer noch die, die das Rückgrat nicht haben, sich gegen den Willen der Partei zu stellen, wenn es darauf ankommt. Auch die könntest Du mittlerweile kennen. Du bist in einem Alter, in dem Du schon vieles erlebt hast und Dir wenig fremd vorkommen wird – egal, wie überraschend es immer noch sein kann.

Wenn Dir das alles insgesamt so nicht gefällt, hast Du wieder die Wahl: Du könntest selbst politisch aktiv werden. Auch das geht in jedem Alter.

Du könntest auch auswandern in ein Land, in dem Dir das Wählen nicht freigestellt wird. Wahlpflicht. (Erinnert ein bisschen an die Schulzeit). Du könntest auch irgendwohin auswandern, wo Du nicht wählen darfst. Es ist aber fraglich, ob es Dir dort besser ergehen würde mit dem, was Du dann dort auch nicht vorfindest.

Freiheit könnte so etwas sein, was Dir dann fehlt. Dann hast Du vielleicht eben nicht mehr die Wahl, auch in vielen anderen Belangen nicht. Für manche wäre das sicher eine Option, weil sie lieber ihr Hirn ausschalten, als es zu benutzen. Aber für Dich?

Erzähle mir nichts. Du bist in einer Gesellschaft aufgewachsen, die immer noch gewisse Werte vermittelt, die nicht selbstverständlich sind. Zu all dem gehört eben auch, immer mal wählen zu gehen. Dies steht Dir frei und gleichzeitig auch nicht.

Du hast die Wahl.

Oder gerade in diesem Fall nämlich so gar nicht.

Wähle!

Gesundheit zum Nulltarif? Träum weiter!

Gesundheit zum Nulltarif? Träum weiter!

Seit Wochen plane ich, viel mehr über Nicht-Aufreger und die schönen Seiten des Lebens zu schreiben. Die, die es ausmachen, sich relativ jung fühlen zu können. Und die gibt es. Aber es gibt da noch die anderen Seiten. Das Leben ist eben bunt. Für viele soll ihr Leben außerdem daraus bestehen, möglichst viel von allem und am besten noch kostenlos oder geschenkt zu erhalten: Zum Nulltarif!

Aber Leute: SO LÄUFT DAS NICHT!

Lies heute davon, dass alles seinen Preis hat, und wir im Ergebnis endlich damit aufhören müssen, das Recht zu fordern, etwas geschenkt bekommen zu MÜSSEN (für manche scheint dies schon eine Art Grundrecht geworden zu sein). Erfahre, wie Du dazu beitragen kannst, dass die Dinge (wieder) ihren Wert erhalten.

Ganz schön Haase

Da sitze ich also vor ein paar Tagen nichtsahnend in der S-Bahn, die mich an den Ort bringt, an dem ich immer mal einen Teil meines Geldes verdiene. Und ich sehe Herrn Detlef Soost an der Fensterscheibe kleben.

Jajaja, es war nicht er persönlich, aber es war ein Werbe-Aufkleber mit seinem Konterfei. Wenn er es selbst gewesen wäre, hätte ich wiederum eine der üblichen Verspätungen erlebt. Und sicher wäre der Anblick auch nicht schön gewesen. Glück gehabt, auch wenn ich mich aufregen musste! Ich habe den Aufkleber auch fotografiert. Das Beweisstück kann ich hier aber leider nicht zeigen, da ich sicher nicht berechtigt bin, das Firmenlogo und den Aufkleber einfach so zu veröffentlichen.

Neben dem Bild von Herrn Soost entdecke ich eines dieser Wörter, die ich seit längerer Zeit mit Abscheu betrachte: Nulltarif! In Kombination mit Gesundheit wird mir da gleich noch übler: Gesundheit zum Nulltarif! Ach wie schön…! (Und Ironie aus!)

Hey, ich freue mich auch über Geschenke und kostenfreie Snacks oder einfach Dinge, die man tun kann, ohne dafür Geld bezahlen zu müssen! (Geh doch beispielsweise mal raus in die Natur. Kostet kein Geld und kann richtig Freude machen. Dieses Erlebnis kannst Du Dir selbst schenken.)

Aber „Gesundheit zum Nulltarif“? Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich gerade wieder loswerden möchte (um das K-Wort nicht zu benutzen; ein bisschen zu benehmen weiß ich mich ja auch).

Gesund wäre es irgendwie auch nicht.

Gesundheit zum Nulltarif – Hirn einschalten!

Nichts, das Dir ein anderer Mensch jemals schenkt, ist ohne Preis. Niemals. Wenn hinter einem Menschen ein Unternehmen steht, gilt das umso mehr. Werbegeschenke? Sind in den Preisen der Produkte einkalkuliert. Ein Rabatt? Ist manchmal nur Schein und Lockmittel, und verdient wird eben immer noch.

Alles hat immer seinen Preis, gerade in der Geschäftswelt. Ja, weißt Du. Aber dennoch ertappst Du Dich auch immer wieder, mal wieder reingefallen zu sein. Oder? ODER? (Wenn nicht: Gratulation – dann erzähle uns davon und schreibe mir einen Kommentar; ich liebe Menschen, die sich im Griff haben!!!)

Gesundheit zum Nulltarif – Geben und nehmen

Viele Beitragszahler bezahlen dafür, dass andere oder sie selbst davon profitieren, diese „Gesundheit zum Nulltarif“ zu erhalten. Ich bin ganz sicher, dass Herr Soost bzw. die Firma dahinter Geld für das Programm erhalten möchte. (Die Firma werde ich hier übrigens nicht nennen, denn mir könnte dann wiederum zur Last gelegt werden, dass ich Werbung für sie mache. Insofern bleibe ich bei der Leitfigur. Als Bloggerin hat man es echt nicht so leicht, seufz…)

Wenn Du das Programm als Privatperson und nicht über die Krankenkasse erwirbst, bezahlst Du für die zehn Wochen einen bestimmten Betrag. Das ist ja auch in Ordnung, denn in dem Programm stecken Ideen, Entwicklungs- und Marketingkosten. So etwas kostet nun einmal Geld, darf es auch kosten, und alle, die dazu beigetragen haben, möchten ja auch von etwas leben. Zu verschenken hat Herr Soost auch nichts.

Also wird jedes Programm, das nun über die Krankenkasse bezahlt wird, mit ungefähr dem Betrag, den das Programm kostet, bezuschusst (ein bisschen günstiger wird es für die Krankenkasse vielleicht sein, aber nur ein bisschen).

Klar merkst Du dann nun nicht unmittelbar, dass diese Gesundheit zum Nulltarif doch ihren Preis hat. Du merkst es vielleicht aber daran, dass Du beispielsweise einen Termin, der wichtig wäre, beim Facharzt erst in einigen Wochen erhältst. Denn die Terminvergabe hängt stark mit dem Budget des Facharztes zusammen, das ihm aus dem großen Topf zugestanden wird.

Vielleicht wäre das Budget von allen Ärzten etwas höher, wenn dafür so einige Kosten, die an anderer Stelle aufgewendet werden, nicht entstehen würden. (Sind nur mal so meine 5 Cent an Gedanken, die natürlich plakativ aber deshalb nicht weniger richtig sind. Klar gibt es viele solcher Kosten an anderer Stelle. Warum prangere ich nun gerade dieses Programm an? Tue ich nicht, möchte ich auch nicht. Es dient nur als Beispiel.)

Dafür bekommst Du aber dann Gesundheit zum Nulltarif an anderer Stelle. Dafür bist Du doch gerne bereit, im Krankheitsfall mal etwas zu warten, oder? Oder doch nicht?

Gesundheit zum Nulltarif – Was wäre, wenn?

Ich erlebe es so oft, dass Menschen sich zu irgendwelchen Kursen anmelden, die kostenfrei über die Krankenkasse angeboten werden: „Kostet ja nichts, weil die Kasse den Beitrag übernimmt“. Aha. Ist Dir Deine Gesundheit nichts wert, oder besser gefragt: Wäre der Kurs nicht kostenfrei; würdest Du ihn dann auch besuchen? Oh… Wieso nicht?

Und nein, es geht nicht darum, dass im Rahmen der Vorsorge und des um-sich-Kümmerns keine Angebote mehr bezuschusst werden sollen. Es kann für einen Bruchteil der Nutzer ein Einstieg in eine gesündere Lebensweise sein. Kann.

Mich nervt allerdings ein Angebot, das nicht dem hilft, der es wirklich brauchen könnte, sondern dem, der es entdeckt, weil der Anreiz „Gesundheit zum Nulltarif“ ist. Wie ernsthaft ist die Anstrengung von jemandem zu werten, der für eine Leistung kein Geld bezahlen möchte? Kenne ich auch aus anderen Bereichen: „Was nichts kostet, ist nichts wert“.

So einfach kann es sein. Und ist es auch (leider)!

Nun ist dieses Programm insgesamt kein gutes Beispiel für Erfolglosigkeit. Ich möchte nicht wissen, wie oft es zuvor schon von Menschen gekauft wurde. (Wie die sich nun wohl fühlen? Oder nutzen sie es jetzt noch einmal, weil es ja nun nichts mehr kostet? Denkbar wäre es.)

Sicher haben auch einige der Käufer für sich Erfolge damit erzielt. Als Krankenkassenmitglied würde ich allerdings fragen, warum denn das Angebot von XYZ, das diesem Programm sehr ähnlich ist, nicht ebenso bezuschusst wird. (Da hat halt jemand eben gute Kontakte genutzt. Auch das sollte stutzig machen. Aber so läuft es nun einmal.)

Gesundheit zum Nulltarif – aber nicht ohne Anstrengung!

Wenn Du das Angebot annimmst, muss Du zumindest ein paar Wochen lang ordentlich was tun: Du wirst Deine Ernährung umstellen, ein paar sportliche Einheiten in Dein Leben integrieren und damit womöglich abnehmen oder Dich einfach besser fühlen. Jepp, das ist gut! Und dann?

Ich finde, das Wort Nulltarif impliziert auch irgendwie, dass es womöglich einfach wäre. Ist es nicht. 10 oder 12-Wochen-Programme sind immer der Einstieg in etwas, das Du lebenslang tun solltest. Dann… Dann ja, damit kannst Du dauerhaft vielleicht schlanker (das muss ja nicht automatisch gesünder sein) oder mit mehr Wohlgefühl im Leben stehen. Wenn Du dranbleibst und verstärkt durch eine der Facebook-Gruppen (die gab es schon vor der Nulltarif-Aktion) mit Menschen, die sich gegenseitig unterstützen, ist da einiges möglich.

Aber Nulltarif? Nein, ich mag das Wort immer noch nicht. Denn es wirkt wie „5 Kilo in drei Tagen“ – irgendwie hat das einen Beigeschmack.

Gesundheit zum Nulltarif – Warum nicht mal anders?

Ich rate Dir, zu überlegen, WAS Du für Dich tun möchtest, WENN Du etwas für Dich tun möchtest. Tue bitte nichts, weil es nichts kostet und Dir deshalb „geschenkt“ werden soll. Denn das kannst Du Dir meist schenken.

Mache es, weil es Dir guttut. Probiere aus und teste. Gebe Geld aus für gute Angebote (es kann ja immer noch preiswert sein – nämlich: den Preis wert). Aber lass Dich nicht für dumm verkaufen und entwickle ein Bewusstsein dafür, dass alles seinen Preis hat.

Überhaupt suche ich Menschen, die bereit sind, für eine gute Leistung Geld zu bezahlen. Schließ Dich mir gerne an! Entwickle ein Gespür dafür, was wertvoll ist und seinen Preis haben darf.

Es heißt ja nicht, dass Du Geld für etwas ausgeben musst, das sein Geld nicht wert ist. Aber wir müssen unbedingt wieder dahin zurückkommen, den Wert einer Dienstleistung, eines Werks, einer Sache und vor allem auch dem Menschen dahinter zu erkennen und anzuerkennen. Einige müssen womöglich überhaupt erst dorthin kommen, weil sie dort noch nie waren. Mach mit oder fang heute damit an!

Gesundheit zum Nulltarif: Es geht doch viel besser!

Und Dir hoffentlich auch.

(Übrigens kannst Du jetzt immer noch einfach mal vor die Tür gehen. Es weht ein frischer Wind da draußen, und wenn Du ein paar Schritte gegangen bist, wurdest Du auch mal ordentlich durchgepustet. Das tut auch gut, und dafür musst Du auch kein Geld ausgeben. Kosten wird Dich das dennoch etwas: Zeit. Insofern…)

Schreib mir, wie es Dir ergangen ist. Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

Alt werden ist großer Mist, aber Du musst doch gar nicht…!

Alt werden ist großer Mist, aber Du musst doch gar nicht…!

Die grauen Haare, die Falten, das, was irgendwie gefühlt nicht mehr geht, oder wir nicht mehr können. Es ist keine Freude, alt zu werden. Alt werden ist großer Mist?

Aber Moment mal! Stopp! Bist Du wirklich soweit, Dich damit abzufinden, ALT zu werden?

Der Weg ist immer dort, wo Deine Gedanken hingehen. Das weißt Du womöglich schon. Oder doch nicht?

Erfahre heute, warum es einen großen Unterschied zwischen alt und älter gibt, und was Du tun kannst, um älter zu werden, ohne Dich gleich alt zu fühlen.

Alt werden ist großer Mist, aber älter werden ist normal

Wir werden ab unserer Geburt älter (und vielleicht schon vorher, aber da kenne ich mich nicht genug aus); es ist also kein Vorgang, mit dem wir uns gerade jetzt neu beschäftigen müssten. Dennoch sind wir in einem Alter, in dem das Älterwerden schnell ins Alt-Werden wechseln kann. Wobei… Das geht auch schon früher.

Älterwerden verbindet die Menschen. Die Jungen und die Alten werden mit jeder Sekunde älter (bis sie sterben, aber dazu gleich noch mehr). DAS ist eine Gegebenheit, die uns alle gleich sein lässt. Wundervoll!

Ganz schön Haase

Ich werde heute meine Gleitsichtbrille abholen. Ja, nun ist es soweit. Ich weiß nicht, ob ich das lustig finde, denn irgendwie ist diese Brille für mich ein deutliches Zeichen, das mich von den Jüngeren unterscheidet, auch wenn da nicht soooo viel zu sehen sein wird. Von außen.

Ich selbst werde den Unterschied immens spüren. Es wird einige Tage dauern, bis ich mich an diese neue Sicht gewöhnt haben werde. Das gefällt mir vor allem nicht, weil ich eh schon seit meiner Kindheit nicht gut sehe – Brille hin oder her, aber ein Sehfehler wie meiner ist eben dauerbelastend und in der Tat behindernd.

Kommt nun also noch ein neues Problem hinzu, macht es die Sache nicht einfacher. Also gibt es auch wieder eine neue Aufgabe, denn das Üben wird mich fordern (und ich habe es doch so gerne einfach und leicht!)

Diese Gleitsichtbrille wird für mich nun dann auch per se ein Symbol sein, mit dem ich meinen Frieden schließen muss. Lernaufgabe. Aber so ist es ja mit vielem.

Dabei gab es zuvor schon einiges, was mich ans Altern hätte denken lassen können.

Alt werden ist großer Mist, aber wann lässt Du zu, Dich alt zu fühlen?

Die ersten Augenfältchen hatte ich mit Dreißig, und auch die beeindruckten mich nicht negativ. Es war halt so. Ich habe sie auch definitiv bekommen, weil ich so gerne lache. Bis heute sind sie für mich kein Symbol des Alters.

Als ich geschätzt mit Mitte Dreißig das erste Mal entdeckt habe, dass ich bereits gar nicht so wenige graue Haare an den Schläfen hatte, war ich zwar erstaunt, fühlte mich deswegen aber mal so gar nicht alt.

Ungefähr zur selben Zeit teilte mir ein Kardiologe mit etwas mitleidigem Blick mit: „Tja, Frau Haase, in Ihrem Alter muss man eben schon etwas mehr tun, um einen gewissen Trainingsstand zu erlangen.“ Ich war empört und hielt ihn für unverschämt.

Vor einigen Jahren wurden die Fältchen um den Mund sichtbar. Die klassischen Raucher-Falten, und dabei habe ich nie geraucht. Was erlauben! Aber hey, was soll ich machen; sie sind nun einmal da! Und soll ich mich deswegen älter fühlen, obwohl ich innerlich gar nicht dort bin? NÖ! (Wenn mich irgendwer deshalb in eine der beliebten Schubladen stecken möchte, dann soll er / sie es tun!)

Ich könnte nun also schon viele Jahre tagtäglich nach dem suchen, was mein Körper mir an vermeintlichen Alterserscheinungen so zeigen möchte. Ich würde sicher immer wieder etwas Neues finden (oder in dem Fall etwas Altes?). Und ja, in den letzten Jahren hat sich mehr verändert, als in den Jahren zuvor. Aber das ist zunächst einmal rein äußerlich! Daran ändere ich wenig, außer dass ich mich möglichst gut ernähre und angemessen bewege und damit dazu beitrage, meinen Teil zum Wohlgefühl beizutragen. Frische Luft hilft ja. Was ich von Operationen und Co halte, hatte ich ja schon einmal hier kundgetan.

Innerlich möchte ich mich gar nicht alt fühlen, tue es auch nicht, und äußerlich bin ich es auch nicht. Insofern bewege ich mich in einem sicheren Umfeld mit mir. Glück gehabt! (Nein, so einfach ist es nicht; Du kannst es aber auch erwirken, wenn Du Dich nicht so fühlst.))

Alt werden ist großer Mist, aber älter werden ist etwas Anderes

Untrügliche Zeichen des Alters sind (in meinen Augen und eine kleine Auswahl):

  • Unbeweglichkeit
    (vor allem geistig)
  • Sich nicht mehr auf Neues einlassen wollen
    (wenn Du da heute schon stehen solltest: #SorryNotSorry mal wieder…)
  • Verbohrtheit und Uneinsichtigkeit
    (erlebe ich tagtäglich bei Gleichaltrigen und auch jüngeren Menschen)
  • Geiz
    (gibt es leider auch bei jüngeren und älteren Menschen, und hier beziehe ich mich besonders auf den Geiz, liebevoll mit sich und anderen Menschen umzugehen)

Du darfst diese Liste gerne für Dich fortsetzen.

Und ja, es gibt junge Menschen, die all das auch schon erfüllen. Dürfen wir sie insofern als „jung“ bezeichnen? Ich lasse die Antwort mal offen.

Hast Du Dich irgendwo wiedererkannt? Ein bisschen kennst Du mich ja schon: Wenn Du der Meinung bist, dass das, was Du tust, alles gut für Dich ist, dann bleibe dabei und fahre fort damit. Auch wenn es eines der Themen aus der obigen Liste ist.

Wenn Du Dich aber nicht wohlfühlst, weil Du etwas wiedererkannt hast und verändern möchtest, dann tue es! Es gibt sicher einiges, was Dir dazu einfallen könnte.

Schau Dir auch gerne noch einmal an, wie ich mit den ersten Alterserscheinungen umgegangen bin. Es geht nicht darum, sie zu ignorieren und so zu tun, als wären sie nicht da. Es gibt diese Zeichen des Älterwerdens. Aber alt bist Du deswegen noch lange nicht!

Hab keine Angst vor den nächsten Jahren und dem, was das Älterwerden mit sich bringt. Bereite Dich einfach gut darauf vor und sei Dir bewusst, dass Älterwerden eben ganz normal ist, und Du damit doch nun wahrhaft genug Erfahrung gemacht hast. Und nur, weil Du nun ein bestimmtes Alter erreicht hast, ändert sich doch damit alleine mal gar nichts.

Im Gegenteil, eigentlich sollten wir mit den Jahren noch mehr Erfahrung mit dem Älterwerden erlangen. Stattdessen wird uns eingeredet, dass es nun schlechter wird. Warum eigentlich?

Und noch schlimmer: Wieso lassen wir das zu?

Es ist wieder mal Einstellungssache! Sei so jung, wie Du Dich fühlen möchtest!

Alt werden ist großer Mist, aber mit dem Älterwerden kannst Du punkten!

Jeder Augenblick in Deinem Leben hat Dich ein Stück weitergebracht, und Du hast immer wieder neue Erfahrungen gemacht. Hättest Du einiges von dem, was Du mit Dreißig noch getan hast, heute erneut so getan? Womöglich nicht. Vielleicht war es damals unvorsichtig und unklug, es zu tun, und heute weißt Du es besser. Es ist vielleicht auch gut gegangen, aber heute wolltest Du es dennoch nicht mehr so tun. Weil Du älter bist. Aber genau deswegen bist Du doch nicht alt!

(Wenn Du gerade 30 Jahre alt bist und Dich schon alt fühlen solltest: Dann wird es höchste Zeit, damit anzufangen, mit diesen Gedanken aufzuhören!)

Mache das Älterwerden und Älter-Sein zu Deinem Vorteil! Für Dich! Die Anderen interessieren da mal wieder nicht. Es ist Deine Sache, wie Du Dich fühlst und fühlen möchtest. Wieder einmal: Lass Dir da nichts einreden! Tue alles, was Dir gut tut und Dich gut fühlen lässt. Gut fühlen ist oft verbunden mit sich jung fühlen. Oder eben relativ jung.

Ein Satz gefällt mir in dem Zusammenhang immer gut, auch wenn er hart klingt:

Wer nicht älter werden möchte, muss jünger sterben!

Ich finde, das ist keine Alternative!

Erzähle mir gerne, ob Du leicht und locker älter wirst, oder Dich immer mal selbst als alt bezeichnest – egal, in welchem Alter Du gerade bist! Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

Gekryptet – Mehr JA!

Gekryptet – Mehr JA!

Irgendwann kommt dann die Zeit, in der ich wieder zu mir zurückgekehrt bin. Jetzt ist es soweit. JA!

Die Pause tat gut. Ich bin nicht wieder dort, wo ich vor kurzem noch war. Wäre ja auch irgendwie schräg und nicht passend, denn wenn Zeit vergeht, geht damit einher auch immer eine gedankliche und auch räumliche Veränderung.

Bewegung nennen wir das gerne.

Ganz schön Haase

Heute bleibe ich kryptisch, was eine meiner unheimlich-heimlichen Leidenschaften ist. Es ist ein persönlicher Eintrag, in dem ich meine Gedanken aus mir herauslasse auf die Art, wie es mir guttut. Ich lasse Dich teilhaben, und ob Du das zukünftig auch lesen möchtest, überlasse ich Dir. Einträge dieser Art werden immer den Zusatz „Gekryptet“ tragen. Du entscheidest dann einfach für Dich, ob Du mehr dazu lesen möchtest.

Ich war ja mehr als urlaubsreif, was Du unschwer daran erkennen konntest, dass ich darüber geschrieben habe. Wenn ich etwas ausspreche, wird es wahr. Wenn ich über etwas schreibe, das ich gar nicht so von mir und in mir mag, wird es noch viel wahrer. Insofern: Ich war echt fertig mit vielem. Und da war nicht viel kryptisch.

Heute, auf meiner Lieblingsinsel, die allerdings durch die Sommer-Sonnenstrahlen gerade in der Mittagszeit oft auch etwas farbloser als sonst in der Frühlings- oder Herbstsonne wirkt, weiß ich, dass ich wieder ein Stück Erholung und Ruhe für mich geschaffen habe. Uff.

Mein Leben ist grundsätzlich durchaus anstrengend (und wird es bleiben – da mache ich mir nichts vor); ich habe den Zugang zur Leichtigkeit in einigen Zusammenhängen verloren. Das werde ich wieder für mich ändern, denn es ist nichts so befreiend wie diese Leichtigkeit, die mich beflügelt, die Aufgaben des Lebens mit Freude anzugehen.

Im Moment schaffe ich Ordnung in meinen Gedanken.

Ich suche nach einer neuen Struktur, die mir Freude schafft, mich bei Laune hält und mir Halt gibt bei dem, was zu tun ist. Tatsache ist: Es gibt genug zu tun. JA!

Ich bin keine, die sich vormacht, dass nach einem Urlaub Änderungen wie von selbst erfolgt sind. Nichts ändert sich vom Grundsatz her, aber die Einstellung zu den Themen kann sich ändern, weil der Abstand zu dem einen oder anderen von Vorteil ist.

Mein Blick hat sich ebenso verändert, und doch bleiben so einige Aufgaben die, die sie immer waren und auch bleiben werden. Ich habe sogar neue mitgebracht; meine Liste wird genährt. Manchmal glaube ich sogar, sie sucht nach dieser Nahrung, weil es ihr wesentliches Charaktermerkmal ist. Nun, ich werde die Liste in ihre Schranken verweisen.

Gerade lese ich in einem anderen Blog, dass sich das Wort JA so gut anfühlt, wenn wir es laut aussprechen.

JA!

So ist es.

Also werde ich ab sofort etwas mehr JA! sagen. Das NEIN liegt mir eh nicht so, und ich verkrampfe innerlich. Jedes Nein kann zu einem JA! umgewandelt werden. Es ist eine Frage des Blickwinkels.

Ab jetzt gilt: JA!

 

Schreib mir gerne, wie Du mit Ja und Nein in Deinem Leben umgehst. Achtest Du darauf, wie das Verhältnis der beiden Wörter in Deinem Leben ausschaut?

 

Wie Du Deiner Trauer Raum geben kannst

Wie Du Deiner Trauer Raum geben kannst

Ich bin wahrlich kein Experte, was das Trauern anbelangt. Und das sage ich, obwohl ich schon so oft Abschied nehmen musste: Von Menschen, von Tieren, von Gegenden, von lieb gewonnen Gewohnheiten, Gegenständen und einigem mehr. Expertenstatus wirst Du in der Trauer nie erlangen. Kann ich behaupten, weil ich es weiß.

Erfahre heute, wie Du Deiner Trauer Raum geben kannst. Ich erzähle Dir außerdem, was Du tun kannst, um Dich nicht so vereinnahmen zu lassen, dass es Dir nicht mehr guttut.

Heute ist der Todestag meines Vaters – ich hatte ja schon angedeutet, dass er bald anstehen wird. Und so sehr ich mir wünschte, ein Stück weiter gekommen zu sein, stehe ich im Moment an einer Stelle, die mir noch nicht gefällt, und mit der ich mich noch versöhnen möchte.

Und muss, um wieder rundum froh leben zu können.

Ganz schön Haase

Ich bin eine wandelnde Chronik und speichere mir viele Begebenheiten mit Datum wie automatisch und mit Bildern ab. Nicht alle Ereignisse kann ich abrufen, aber es gibt einfach viele Momente, die sich mir eingeprägt haben, und von denen ich bis ins kleinste Detail Erinnerungen in mir trage. Da scheint mein Gehirn eine Art Fähigkeit zu haben, die es auch mir oft erleichtert, im Alltag Gegenstände wiederzufinden. Ich kann nämlich oft sagen, was ich sonst so gesehen habe, und schon weiß ich auch, wo ich mich befunden habe, um etwas abzulegen.

Nun, genauso ist es eben mit Tagen, an denen etwas geschehen ist. Regen sich gerade viele über das Wetter auf, weiß ich, dass es genau vor einem Jahr ähnlich regnerisch-schwül war. Ich weiß, an welcher Stelle ich dieses Wetter bemerkt habe, und ich könnte die Szenerie, an die ich mich erinnere, zeichnen lassen:

Ich stand in diesem Raum, der die letzte Herberge für meinen Vater geworden war, sah die Bäume vor dem Balkon, hörte den Straßenlärm und weiß noch genau, wie das Bett gestellt war, so dass mein Vater ein bisschen von dem Grün des Baumes vor dem Fenster sehen konnte. Es regnete.

Mein Vater durchlebte alte Ereignisse, die so unschön gewesen sein mussten, dass wir ihn kaum beruhigen konnten. Das Wichtigste in dem Moment war Körperkontakt, und wir hielten diesen ständig. Es waren Momente voller Liebe.

Dass ich meinen Vater schon sehr bald verlieren sollte, ahnte ich nicht.

Deiner Trauer Raum geben – schließe Frieden mit dem letzten Mal

Gestern vor einem Jahr habe ich meinen Vater das letzte Mal lebend gesehen. Da meine Familie bei ihm war, habe ich mir erlaubt, meinen Lebensunterhalt zu verdienen und habe meine Reise zum Kunden angetreten. Zumal es keine akut-lebensbedrohliche Situation gab. Einen Tag später war mein Vater tot. Ich hätte nichts tun können, außer noch einmal mehr bei ihm gewesen zu sein. Irgendwie fühlt es sich im Nachgang falsch an, weggefahren zu sein, zumindest so ein ganz kleines Bisschen.

Aber hier und für mich gilt das, was ich Dir auch immer rate: Schließe Frieden mit der Vergangenheit. Sie ist nicht mehr änderbar. Alles, was Du noch tun kannst, kannst Du JETZT tun oder für die Zukunft planen. Das, was hinter Dir liegt, hat auch seine Ruhe verdient. Lass es los.

Deiner Trauer Raum geben – Finde heraus, was gut für Dich ist

Das solltest Du eh immer tun, aber im Zusammenhang mit Trauer ist es erfahrungsgemäß noch einmal schwieriger, seinen Weg zu finden. Denn hier wird noch einmal mehr deutlich, dass wir alle ganz unterschiedlich mit Trauer umgehen, und so recht kann Dir niemand einen Rat geben oder Weg aufzeigen. Es ist aber wichtig, dass Du darüber sprichst, was in Dir passiert und wie Du Dich fühlst.

Ich habe lange nicht getrauert. Oder es fühlte sich zumindest so an. Natürlich war ich traurig, dass mein Vater nicht mehr lebte, aber es war, als wäre diese Stelle in mir, die darüber mal so RICHTIG traurig sein sollte (so sehr, als wolle es mir ein Teil des Herzens zerreißen), nicht erreichbar wäre.

Für mich habe ich in der Zeit viel nachgedacht (wie immer), mir viele Fragen gestellt (wie immer), viel erledigt (wie immer). Es war also gefühlt alles wie immer. Und sicher war das auch richtig für mich.

Wenn es Dir also ähnlich ergehen sollte, dann lass es genau so zu. Mir ist wichtig, dass Du für Dich herausfindest, was Dir guttun könnte. Mach genau das. Das kann wiederum alles sein, was das Leben so für uns bereithält. Wir haben vielfältige Möglichkeiten, etwas zu tun oder zu lassen.

Deiner Trauer Raum geben – Rede darüber

Bei mir ist also erst einmal wenig passiert. Genau darüber habe ich auch mit allen, die mir wichtig waren, gesprochen. Der Vorteil einer Trauer, die sich zeitnah nach Tag des Abschieds zeigt, ist, dass die Menschen Dich verstehen und auch noch rücksichtsvoll mit Dir umgehen. Auch in dieser Situation wirst Du erleben, dass sich Menschen zurückziehen. Trauer ist leider ein Tabu-Thema und viele sind verunsichert, was sie tun können.

Ich kann Dir auf jeden Fall empfehlen: Wenn Du selbst nicht trauerst, aber jemanden in Deinem Umfeld hast, der das tut, biete Deine Hilfe an. Du musst nicht aufdringlich sein, aber mache klar, dass Du für ein Gespräch oder Unterstützung irgendeiner Art da bist. So etwas kannst Du auch wunderbar über einen handgeschriebenen Brief tun.

Es ist für denjenigen, der einen Menschen verloren hat, immens wichtig, sich nicht alleine gelassen zu fühlen. Und das hält an. Es ist auch nicht wichtig, ob diese Hilfe jemals in Anspruch genommen wird. Es ist alleine wichtig, dass Du das Gefühl vermittelst, dass Du im Fall der Fälle für jemanden da sein möchtest (natürlich nur, wenn Du das möchtest und auch in dem Umfang, wie Du es möchtest).

Ich bin erst seit kurzer Zeit wohl tiefer in meine Trauer eingestiegen. Den Auslöser kenne ich nicht. Es ist einfach passiert. Nach einem Jahr denken viele Menschen nicht mehr an das, was eben genau vor einem Jahr passiert ist. Also erzähle ich nun Anderen davon, wie es mir aktuell geht. Ich vertiefe es nicht sonderlich, aber ich verschweige auch nicht, wie es mir geht. Mir hilft das ungemein. Auch wenn es nichts von der Schwere nimmt. Aber ich möchte so tun, als wäre alles ok mit mir.

Deiner Trauer Raum geben – Es ist, wie es ist

Egal, was in Deinem Leben schon passiert ist: Du wirst nie ein Trauer-Profi werden. Jeder Verlust hinterlässt andere Spuren in Dir. Du kannst Dich weder vorbereiten, noch vermuten, dass Du mit einem weiteren Trauerfall besser zurechtkommst. Es spielen so viele Kriterien hinein, dass es keine Vorhersage und damit Vorbereitung dafür geben kann.

Also bleibt nur, dass Du akzeptierst, so zu sein, wie Du Dich gerade fühlst. Dass das nicht immer einfach sein muss, weiß ich allzu gut. Ich fühle mich gerade nicht sonderlich wohl mit dem, was in mir ist und mit mir geschieht, aber ich sehe auch, dass ich da eben mal wieder nichts erzwingen kann – in keine Richtung.

Also werde ich sehr achtsam mit mir umgehen. Auch das sollte ja immer der Fall sein, aber in Zeiten der Trauer ist es noch einmal wichtiger.

Ziehe Dich also immer mal zurück und überlege, mit was Du Dir wenigstens eine Freude machen kannst. Oder mit welcher Maßnahme Du Deinem Körper etwas Gutes tun kannst. Unternimm schöne Ausflüge in die Natur, gehe spazieren, unterhalte Dich mit lieben Menschen, die Dich stützen und an Deinem Wohl interessiert sind. Gönn Dir eine Massage oder eine Beauty-Behandlung. Denke immer mal einmal öfter nur an Dich.

Und lass auch Deinen Tränen ihren Lauf. Bei mir haben sie lange genug warten müssen. Mir ist es mittlerweile auch egal, in welcher Situation sie aus mir raus wollen. Ich werde auch zulassen, dass mich die Trauer mal so heftig erfasst, wie ich es vor einem Jahr vermutet hätte. Aber ich werde immer wieder zusehen, dass ich ein Stück vorwärtskomme, mich wieder aufrichte und mich aufstelle, um weitergehen zu können.

Du wirst Deinen Weg alleine finden müssen, aber Du darfst Dir helfen lassen. Also nutze die Gelegenheiten, die sich uns allen bieten. In der Trauer ist nichts zu gut, als dass Du es nicht verdient hättest.

Versorge Dich mit Gutem und sei geduldig. Viel mehr kannst Du nicht tun.

Hast Du schon Trauererfahrung und magst mir dazu in einem Kommentar mehr erzählen? Wie bist Du mit Deiner Trauer umgegangen?

Urlaubsreif? Gönn Dir die kleine Auszeit zwischendurch!

Urlaubsreif? Gönn Dir die kleine Auszeit zwischendurch!

Heute geht es um Grenzen. Meine eigenen. Vielleicht kennst Du das auch, dass sich die Erschöpfung so schleichend Besitz von Dir ergreift, und Du erst recht spät merkst, dass etwas im Ungleichgewicht liegt. Ich bin derzeit urlaubsreif.

Erfahre heute, was ich tue, wenn ich mich urlaubsreif fühle und damit auch, was Du für Dich tun kannst, wenn Du in einer ähnlichen Situation steckst.

Eigentlich könnte ich diesen Beitrag auch in die Rubrik „Luxus-Momente“ einordnen. Da es aber auch um das Aufstellen, im Blick haben, sich beobachten und es vorzubereiten geht, empfinde ich es hier als angemessener.

Urlaubsreif – Wie es dazu kommt

Ich habe nicht immer gute Laune, und ich fühle mich nicht immer stark. (Ok, keine gute Laune zu haben kommt bei mir wirklich selten vor; ich bin ein Sonntagskind.) Es ist gut, dass diese Zeiten nicht so oft vorkommen, aber manchmal dauern sie ein wenig an. Aktuell ist es so.

Dafür gibt es einige Gründe. Mein letzter richtiger Urlaub, nach dem ich mich erholt gefühlt habe, liegt weit in der Vergangenheit. Danach hatte ich einiges zu bewältigen und zu tun. Davor eigentlich auch schon, aber es hat gedauert, bis es sein Recht gefordert hat.

Ganz schön Haase

In Kürze jährt sich der Todestag meines Vaters zum ersten Mal und damit der Verlust des letzten Elternteils Die Trauer hat lange Zeit einen großen Bogen um mich gemacht, was mich sehr verwirrt hat. Der Tod meiner Mutter hatte mich damals viel schneller trauern lassen.

Aber Trauer ist nun einmal – wie einiges andere auch – nicht für alle und bei allen gleich. Das ist gut und gleichzeitig auch schlecht. Gut ist, dass ich meinen eigenen Weg finden muss. Schlecht ist, dass mir niemand einen Plan in die Hand drücken kann.

Tatsache ist, dass ich erst seit kurzer Zeit so richtig trauere. Gut, ob es RICHTIG ist, weiß nicht nun auch nicht. Auf jeden Fall fühlt es sich mächtig an. So ganz genau habe ich den Dreh auch noch nicht herausgefunden, mich dem zu stellen. Es macht mich dauerhaft nur müde.

Es ist auch schwierig, dies meiner Umwelt zu vermitteln. Ich kenne eine Person, die mich im Moment sehr gut  verstehen kann: Meine Nachbarin. Ihr Mann ist auch im letzten Jahr gestorben, und erst jetzt bricht so einiges in ihr auf. Es tut auf jeden Fall gut, dass es einen Menschen gibt, bei dem ich sehe, dass es ihr ein bisschen so wie mir geht. Auch wenn ich ihr es anders wünschen würde. Ich fühle mich mit meiner Trauer und der Verzögerung nicht so alleine.

Zu all dem habe ich außerdem einen Umzug hinter mich gebracht, und die Nachwehen sind noch unschön. Meine neue Umgebung liebe ich, aber es ist aus der alten Zeit noch einiges offen, was womöglich nicht zum ersten Mal in meinem Leben einen längeren Kampf bedeuten könnte. Das ermüdet mich schon beim Gedanken daran.

Meine Auswärtseinsätze des Berater-Daseins fordern mich auch. Ich bin gerne dort, wo ich gerade bin. Aber dorthin zu kommen, ist aufwendig, und das letzte Mal war ich wieder eine Stunde länger unterwegs, als ich und die Bahn geplant hatten. (Der Rückweg bot dann auch wieder eine Aufgabe, damit es nicht allzu langweilig und unanstrengend bleibt.)

Ich könnte jetzt noch einige Begebenheiten und Gegebenheiten aufzählen, aber das soll für heute genügen. Um es abzuschließen: Ich bin müde, erschöpft und urlaubsreif.

Urlaubsreif – Und nun?

Das Gute ist: Die Urlaubszeit steht bald an. Das Schlechte ist: Ich bin gerade JETZT mal so richtig fertig.

Also gilt es, mir etwas Energie zu verschaffen, und das habe ich am jetzigen Wochenende geplant.

Wie gehe ich vor?

Ich habe Glück, oder sagen wir mal: Ich habe eine Gelegenheit. An diesem Wochenende werde ich alleine sein. Das heißt, dass ich definitiv die Tage so planen kann, dass ich mir Erholung verschaffe und mir viel Gutes tue.

Es wird nicht so sein, dass ich nichts arbeiten werde. Dafür stehen zu viele Dinge an, und dazu arbeite ich auch an manchen zu gerne. Außerdem wird ja bald Urlaubszeit sein, und da möchte ich das, was abgeschlossen sein muss, auch abgeschlossen haben. Ein ungutes Gefühl in diesem Bereich möchte ich mir nicht in mein Wohlfühl-Wochenende nehmen.

Ich werde also 2-3 Stunden arbeiten, und den Rest des Tages viel Gutes für mich tun.

Urlaubsreif – Der konkrete Plan

Am Freitag schon werde ich mir die Aktivitäten planen, die unbedingt erledigt werden müssen. Dabei werde ich sehr sorgsam darauf achten, dass das, was erledigt werden muss, auch wirklich an diesem Wochenende erledigt werden muss. Es gilt also Prioritäten zu setzen.

Wenn Du für Dich eine solche kleine Auszeit gestalten möchtest, mache das unbedingt genauso. Schaue zunächst, ob Du überhaupt etwas erledigen musst. Wenn nicht, ist das umso besser. Wenn ja, dann entscheide Dich nur für die wenigen Dinge, die Du wirklich erledigt haben solltest. Nicht mehr! (Manchmal gerät man ja in eine Art Flow, und plötzlich scheint so vieles möglich. Aber hier geht es wirklich mal ums Ausruhen und Langsam-Machen)

Dann kommt der angenehme Teil. Suche Dir einen kleinen Moment der Ruhe für Dich und einen schönen Ort, an dem Du Dich wohlfühlst (Deine Couch, Dein Bett, Dein Gästezimmer, der Garten…). Danach lässt Du die Gedanken schweifen. Was würde Dir wirklich und so richtig guttun? Was kann dazu beitragen, Dein Wohlgefühl zu steigern, und Dir Energie verschaffen?

Bei mir wird es definitiv ein Spaziergang in der Natur sein. Ich werde mich wahrscheinlich auch für dieses Mal aus meinem Lauftreff ausklinken, damit ich einfach mal nur mit mir und meinen Gedanken sein kann. Wenn es regnet, möchte ich trotzdem gehen (aber nur, wenn es nicht so ein heftiger Dauerregen ist wie in dieser Woche; dann muss ich noch einmal überlegen…).

Ich werde vielleicht meine Kühe besuchen, auf den Friedhof gehen und mit meinem Auto spazieren fahren, um dann in einer anderen Gegend spazieren zu gehen.

Was es auch immer für Dich ist, mach es! Freue Dich dann jetzt schon auf die kleine Auszeit zwischendurch. Freue Dich darauf, dass Du danach entspannt und kraftvoll in die Folgetage gehen kannst.

Urlaubsreif – Während der Auszeit

Genieße sie einfach. Lass zu, dass Du mal nichts machst außer dem, was Du Dir vorgenommen hattest und vor allem dem, was Dir nun Ruhe und Entspannung bringen wird.

Mache gar nicht mehr. Nur das.

Wenn Dir noch neue Gedanken kommen, und Du lieber dies statt dem machst, dann mach es! Fühle Dich frei, alles andere ist nicht so wichtig. Ein Plan ist ein Plan, und er soll Dir nur die Richtung aufzeigen. Wenn sich also etwas Schöneres ergibt, dann mache genau das.

Urlaubsreif – Nach der Auszeit

Nach der Auszeit ist vor der Auszeit. Beobachte Dich gut. Schaffe Dir diese kleine Auszeit immer mal, bevor Du kräftemäßig fast am Ende bist. Und nimm Dir ganz viele positive Gedanken mit in Deinen Alltag. Vielleicht schaffst Du es ja, innerhalb eines Tages immer mal eine kleine Auszeit zu nehmen. Oft genügen ein paar Minuten, die Du nur mit Dir verbringst, ungestört und mit dem Blick auf Dich und etwas Gutes, das Dich dabei begleitet.

Schaffe Dir wenigstens einen Abend, an dem Du Dir etwas Schönes vornimmst – für Dich ganz alleine.

Warte auf keinen Fall bis zum nächsten Urlaub. Wir haben das Recht, auch zwischen den Urlauben gut aufgestellt und gut gelaunt zu sein. Wenn die Kräfte schwinden, zolle dem Respekt und handele danach.

Du wirst sehen, es lohnt sich!

Erzähle mir gerne in einem Kommentar, wie Du Dir kleine Auszeiten verschaffst oder auch, warum Du es bisher nicht getan hast. Ich bin gespannt auf Deine Gedanken!

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