Entschieden hast Du erst am Ende

Entschieden hast Du erst am Ende

Manchmal bin ich gerne vorbereitet. In diesem Fall war ich es. Es war alles eingefädelt, auch wenn mir das Ergebnis nicht so ganz gefallen hat. Ich hatte eine Entscheidung getroffen, und ich wollte es durchziehen. Die Vernunft war stärker als das, was das Herz noch zu geben bereit war oder besser gesagt der Vernunft entgegenzusetzen hatte.

Ich kann ja so vernünftig sein! (Pssst… Dabei bin ich doch auch sehr gerne unvernünftig.)

Täglich treffe ich viele Entscheidungen, die über „Laufe ich rechts oder links herum?“ hinausgehen. In einigen Bereichen habe ich ein gutes Händchen, in anderen lernt die Hand noch, auch in meinem Alter. Frau darf ja auch noch Entwicklungspotenzial haben.

Kommt Dir das gerade alles etwas kryptisch vor? Ist es auch. Wenn es Dir zu viel ist, lies nicht weiter. Wenn Du mehr wissen willst, gib mir bitte etwas von Deiner Zeit und damit die Gelegenheit, konkreter zu werden.

Dieses Mal war ich fest entschlossen, loszulassen. Ich weiß nicht, ob Du von mir weißt, dass ich keine Heldin in Sachen Loslassen bin, wenn es um einmal lieb gewonnene Menschen oder auch Gegenstände geht. Ich kann allerdings, wenn man mich schlecht behandelt, oder ich mich benachteiligt fühle, auch sehr schnell ganz anders. Da ziehe ich dann so mein Ding durch und werde sehr sachlich. Es läuft mein Programm, und das hilft immens, gewisse Nachteile zu vermeiden. Genau damit habe ich auch schon einigen anderen Menschen geholfen. Das kann ich also.

Ganz schön Haase

Die Vorgeschichte zu der aktuellen Situation war die: Vor einigen Jahren – es war im Jahr 2014 – war ich nach einem Arztbesuch ziemlich gefrustet. Dies ist ein eigenes Thema, und ich werde sicher auch darüber noch schreiben. Auf jeden Fall ging es mir nicht so gut mit der Diagnose.

Kurz davor hatte ich erfahren, dass es für eine ganz bestimmte Sportwagenmarke ein Angebot gab. Ich ließ mich beraten und gab mir eine Nacht Bedenkzeit.

Das ist überhaupt immer eine gute Wahl. Die Nacht kann Dir helfen. Gib sie Dir, denn es gibt selten einen Grund, sie nicht in Anspruch zu nehmen.

Entschieden hast Du erst am Ende – Wohlgefühl

Nachdem ich die Entscheidung getroffen hatte, das Angebot anzunehmen, kam ein ganz neuer Lebensabschnitt auf mich zu. Auch dazu schreibe ich irgendwann mehr, weil ich mir in jeglicher Hinsicht so immens viel daraus mitgenommen habe. Ich war verliebt in dieses neue Leben und genoss es mit allem, was dazu gehörte: Neue Kontakte, neue Möglichkeiten, „interessante“ Reaktionen auch von Freunden und ein komplett neues Hobby, das ich zu Recherchezwecken angefangen hatte – ich leb(t)e mein Business. Denn auch fürs Business konnte und wollte ich den Wagen nutzen.

Ich musste auf der einen Seite oft sehr stark sein und habe auf der anderen Seite oft auch viel Spaß, freudige Überraschungen und mehr als Wohlwollen erlebt.

Es kam, wie es kommen musste: Irgendwann wurde das alles ziemlich normal. Wird es immer. Es ist gut so, denn auch hier wäre das Dauer-Verliebtsein nicht gesund. Und dann war klar, dass ich nicht mehr so viel Zeit haben würde für all das, was war. Genauso kam es dann auch. Im letzten Jahr stand mein Gefährt(e) fast nur in der Garage. Gut, es war nicht so ein Super-Sommer wie in diesem Jahr, aber Möglichkeiten hätte es gegeben. Allerdings gab es auch viele Gründe, zu Hause zu bleiben und eben nicht zu fahren.

Entschieden hast Du erst am Ende – Neue Aspekte

Mit Blick auf meinen Kontoauszug musste ich überlegen, ob ich den Wagen unter diesen Umständen weiterfahren wollte. Finanziell wäre eine Verlängerung kein großes Problem gewesen, aber irgendwie muss eine Geldausgabe auch ein bisschen Sinn machen. Ich kann nicht sinnbefreit, und genau da endet das, was mein Herz zu geben bereit ist (siehe oben). Auch geschäftlich.

Damit ich die Sache ein wenig verstärkte, habe ich ab einem gewissen Zeitpunkt Jedem, der es (nicht) wissen wollte, erzählt, dass ich den Wagen zurückgeben werde. Ich weiß dass, wenn ich etwas ausspreche, es ein ganz anderes Gewicht bekommt. Ich wollte es so, da ich mich ja schon eine Weile kenne und nicht zulassen wollte, dass ich mal so einfach einknicke. Die Zeit lief.

Heute war es dann so weit. Es ging ans Abschiednehmen. Und da mir der Wagen auch lieb geworden ist und in der Zeit definitiv von mir eine Seele erhalten hatte, war ich schon am Vortag mehr als traurig. Ich hatte heute schwer mit den Tränen zu kämpfen, als ich losfuhr. Es war alles gerichtet, das Auto zurückzugeben, und ich plante meinen Abend für das „Danach“ – auf meiner Terrasse, mit dem Laptop und dem Schreiben. Schreiben hilft (mir meist).

Entschieden hast Du erst am Ende – Findung oder alles auf Anfang

Und jetzt darfst Du gar nicht raten, was nun kommt, denn schließlich habe ich alles hier im Text so vorbereitet, dass unschwer erkennbar ist, dass es eben ganz anders lief, als ich es geplant hatte.

Zunächst mal zog ich weiter mein Ding durch, aber dann kam dieser Moment, in dem das Abschlussgespräch geführt werden muss. So eine Rückgabe ist ein sehr formeller Akt, und bis dahin lief alles problemlos. Bis genau dahin eben.

Ich sollte auch erwähnen, dass ich mich nicht ausreichend hofiert gefühlt habe. Als Kundin bin ich durchaus anspruchsvoll in bestimmten Zusammenhängen. Normal ist für mich keine Leistung, auch wenn ich diese anerkennen kann. Etwas mehr macht mich glücklich. Immer. Ich ging also nicht mit der positivsten Einstellung in das Gespräch.

Natürlich drückte der Verkäufer seine Verwunderung aus, warum ich den Wagen zurückgeben wollte. Ebenso natürlich hatte ich eine Erklärung für ihn. Und natürlich sprachen wir weiter. Und wiederum natürlich gab es dann plötzlich neue Möglichkeiten, über die ich bisher nicht nachgedacht hatte. Ich kannte ja bisher nur zwei.

Die neue Möglichkeit klang interessant und durchaus auch vernünftig. Es gibt da einen Weg, bei dem ich meine bisherige Kostenbetrachtung außen vorlassen könnte und sogar am Ende noch an anderer Stelle profitieren könnte. Es wäre dämlich gewesen zu entscheiden, nicht eine Nacht darüber nachdenken zu wollen. Ja, da ist sie wieder, diese Nacht.

Entschieden hast Du erst am Ende – Vor der Nacht der Nächte

Nun sitze ich auf meiner Terrasse, wie ich es geplant hatte. Mit Laptop und dem Schreiben. Aber es gibt aktuell noch keinen Abschied zu verarbeiten, sondern darüber nachzudenken, mich wie eine Geschäftsfrau zu verhalten. Dieser eine neue Weg könnte eine Option sein. Die andere ist die, die ich schon kenne. Beides kann unter gewissen Gesichtspunkten vernünftig sein. Es geht mir gut mit dem Nachdenken.

Und was hast Du nun davon, bis hierher gelesen zu haben?

Ich sage es Dir gerne: Egal, wie sicher Du Dir bist, lass zu, auch noch andere Optionen zu überdenken, wenn es Sinn machen könnte. Es gibt sicher Situationen, in denen es auch dann mal irgendwann gut ist. Vielleicht komme ich da morgen gedanklich auch hin, vielleicht auch nicht. Es wäre nur schade, etwas gehen zu lassen, das nicht zumindest diese eine Nacht an Reife erhalten hat.

Ich rate Dir aus vollem Herzen und mit klarem Verstand, offen für andere Möglichkeiten zu sein und Dir einen Moment des Innehaltens zu gönnen. Du musst ganz selten sofort entscheiden, darfst Dir Zeit nehmen und in Dich hinein hören, was sich für Dich am besten anfühlt. Die Nacht der Nächte kann Dir helfen.

Mach das unbedingt – egal, wie weit fortgeschritten Deine Pläne und Aussagen zu der Zeit sind.

Entschieden hast Du erst am Ende – Vor dem Ende

Wäre es nun peinlich, wenn ich in alle Richtungen einen Rückzieher machen würde? Ich habe ja schließlich allen etwas Anderes mitgeteilt… Meine Meinung ist: Nein! Es wäre peinlich, wenn ich es durchziehen würde, einfach, damit es durchgezogen ist. Es ist mir egal, was Andere dazu sagen könnten, wenn ich nun doch…

Dir sollte es auch egal sein, wenn Du in einer vergleichbaren Situation steckst. Denn nur Du kannst mit Deiner Entscheidung zufrieden sein. Wer Dich dabei nicht begleiten möchte, soll es lassen. Auch das habe ich in den letzten Jahren gelernt. Mich muss nicht Jeder verstehen, und es ist mein Leben.

Für mich nehme ich mir nun meine Zeit für diese besagte Nacht, vielleicht sogar eine Nacht länger. Es drängt mich niemand außer mir. Natürlich kann ich nun nicht wochenlang überlegen, aber das möchte ich auch gar nicht. Nur diese eine Nacht. Oder zwei.

Dann weiß ich mehr. Und damit fahre ich nun fort.

Wie ist Deine Erfahrung mit Entscheidungen, die Du getroffen hast? Hast Du schon einmal neu entschieden? Nimmst Du Dir Zeit für das, was neu zu entscheiden ist? Schreib mir gerne einen Kommentar dazu.

Sag mir nicht, wie ich mich zeigen darf!

Sag mir nicht, wie ich mich zeigen darf!

Wie fast jede Frau bin ich durchaus selbstkritisch und in einigen Situationen und mit einigen Stellen an meinem Körper bestimmt mehr, als ich sollte. Ich mag mich nicht immer zeigen (ich arbeite daran, jeden Tag, mit mehr oder weniger großem Erfolg).

Allerdings bin ich ein Fan davon, wenn Menschen sich zeigen, wie sie sind. Und ich fange nicht erst dort an: So nutze ich beispielsweise keinen Filter auf Instagram bei Fotos, die mich zeigen, sondern fotografiere mich, und dann wird das Foto so veröffentlicht, wie es ist. Und klar, davor gibt es den Moment, an dem ich das Foto aufnehme, und nicht jedes der Fotos wird seinen Weg ins Netz finden. Das war es aber auch schon.

Warum wir uns gegenseitig beim Zeigen, wie wir sind, mehr unterstützen sollten, erfährst Du heute hier.

Ganz schön Haase

Eine meine un-heimlichen Leidenschaften ist Shopping Queen. Ich schaue es nicht regelmäßig, und ich muss immer mal länger pausieren, da sich ja doch vieles wiederholt, auch wenn es unterschiedliche Menschen zu sehen und Aufgaben zu lösen gibt. (Leider bin ich bei vielen Formaten schnell gelangweilt, so dass ich da immer mal eine Pause benötige.)

Es hat etwas nachgelassen, aber dennoch gibt es immer noch und immer wieder die Äußerung von den Teilnehmerinnen, dass eine andere Teilnehmerin dies oder jenes tragen könnte, obwohl sie ja bereits in DEM Alter sei.

Wobei das Alter weit gefasst ist…

Hallo?

Aha.

Wir wissen es. Wir mögen es nicht. Wir beteiligen uns aber immer selbst noch.

Menschen sollen sich nicht immer zeigen, wie sie sind. Warum eigentlich?

Ich sage Dir nun etwas, das Dich nicht sonderlich überraschen wird:

Es ist völlig unerheblich, in welchem Alter (und mit welcher Figur) Du was trägst. Es geht niemanden etwas an. Und wenn es Dir nicht gefällt, wie eine andere Frau sich zeigt, schweige einfach darüber. Mehr noch: Denke mal darüber nach, was Du in dem Moment machst oder denkst: Wie anmaßend ist es, einer Frau (oder generell einem Menschen) abzusprechen, dass er dieses oder jenes tragen darf oder kann, und wie er/sie sich zu zeigen hat oder nicht zeigen sollte.

Wenn Du urteilst: Welche Rückschlüsse lässt das auf Dein Gedankengut und Dein Inneres zu?

Ja, genau…

Ich habe keine wirklich vorzeigbaren Beine, und es tut mir jedes Mal weh, wenn jemand im Fernsehen sagt: „Sie hat für ihr Alter ja noch so super Beine.“ Das ist schön für die Frau, um die es geht – vielleicht, aber es gibt mir einen Stich in mein Herz, wo ich nicht mit schönen Beinen dienen kann, ohne mir etwas vorwerfen zu können. Und selbst wenn ich einen Grund hätte, mir etwas vorzuwerfen: Wer hat das Recht, darüber zu urteilen? Und noch mehr: Wem gebe ich das Recht, darüber zu urteilen?

Genauso verwerflich wäre es, wenn jemand einem anderen Menschen vorwerfen würde, SO alt geworden zu sein.

Geht es noch?

Reißt Euch mal zusammen da draußen, und zeigt Euch solidarisch! 

Wir haben doch alle unsere kleinen Makel. Oder auch nicht! Wenn Du keinen Makel an Dir siehst, ist es Deine verdammte Aufgabe, die Anderen zu bestärken, keinen an sich zu entdecken!

Ich habe in den letzten Monaten so viele wunderschöne Frauen kennengelernt, die unterschiedlicher kaum sein könnten – vom Alter und von der Figur her. Die, die ich zu schätzen weiß, sind die, die sich zeigen, wie sie sind.

Das ist alleine mein Beurteilungskriterium, wenn es überhaupt eines ist. Diese Frauen sind alle wunderschön – im Innen und Außen – und ich zolle ihnen meinen Respekt, dass sie zu sich stehen und sich in einem Zusammenhang zeigen, der anderen Menschen sicher wieder nur ein „Die traut sich was“ abverlangt.

Da maße ich mir nun an, diese Bemerkung erbärmlich zu finden.

Irgendwo hat auch meine Toleranz ihre Grenzen.

Hut ab vor Euch, die sich was trauen, obwohl es das Trauen gar nicht geben dürfte!

Ihr seid meine Vorbilder!

Wir sollten alle mehr dazu beitragen, dass wiederum mehr Frauen sich trauen, sich zu zeigen.

Wir können uns gegenseitig ermutigen, uns zu zeigen.

Das geht über positives Feedback statt zu schweigen oder uns gar negativ zu äußern.

Hast Du es schon einmal ausprobiert? Ich mache es seit einiger Zeit, und mein Blick für das, was andere Frauen sich trauen zu zeigen, hat sich geschärft. Ich freue mich über das, was ich sehen darf. Es macht auch Freude, meine Freude zu äußern.

Und damit tue ich mir sogar noch etwas Gutes. Mach doch auch mal!

Du bist jetzt im richtigen Alter!

Was denkst Du darüber? Urteilst Du, bewertest Du? Gibt es in Deinen Augen Grenzen des Vorzeigbaren? Und warum? Erzähle mir mehr… (in einem Kommentar oder per Mail). Erzähle mir aber auch bitte unbedingt, wenn Du anders darüber denkst.

Ernährerin? Du bist mutig! Ja, Du!

Ernährerin? Du bist mutig! Ja, Du!

„Du bist mutig“ hörte ich in letzter Zeit öfter mal. Meist fühle ich mich mit dem, was Andere so als mutig betrachten, gar nicht so mutig. Dies betrifft auch Angelegenheiten, bei denen ich meinen eigenen Mut durchaus erkennen könnte. Es ist wohl ein viel weitergehendes Problem, als ich es bisher erkannt habe.

Und bei Dir so?

Dabei ist es so wichtig zu erkennen, dass Du etwas tust, das mutig ist. Wenn es Dir niemand sagt, ist es umso wichtiger, dass Du es Dir selbst bewusst machst und ihm Raum gibst.

Lies heute davon, woran Du erkennst, dass Du täglich und schon länger ganz schön mutig bist.

Ganz schön Haase

An Ostern war es nur ein Flug in einem kleinen Flieger über die Wasserkuppe. Ich muss gestehen, dass mir meist sehr mulmig wird, wenn ich mich in großer Höhe befinde. Eine Ausnahme gibt: In einem Flugzeug macht mir die Distanz zum Boden mal so gar nichts aus. Ich liebe es, mich erhaben über den bekannten Regionen zu befinden, die kleinen Details zu erkennen und mich darüber zu freuen, dies alles aus der Höhe anschauen zu können.

Da ich noch nie in einem sehr kleinen Fluggerät geflogen bin, ahnte ich schon, dass es dieses Mal anders sein könnte. Es hat sich bewahrheitet.

Bewegt sich so ein Airbus doch sehr schwerfällig und fast langsam in die Luft, und fühlt sich das in der Luft auch danach an, als säße man in einer Sänfte, die – von Ausnahmen mal abgesehen – ab und an sanft schaukelt, ist eine kleine Maschine sehr anfällig für alles, was an Luftströmung zu durchfliegen ist.

Schon der Start in der 4-Sitzer-Maschine war anders. Laut und ein bisschen holprig. In der Luft spürte ich dann jedes Luftloch (dass es keine Luftlöcher gibt, erfuhr ich in dem Zusammenhang auch) im Magen. Es war mir nicht immer sehr angenehm, dem ausgesetzt zu sein, aber ich vertraute dem Piloten.

Ich habe aber nicht eine Minute darüber nachgedacht, dass ich etwas tue, was andere Menschen als mutig bezeichnen würden.

Als ich es nun aber einem Freund erzählte, meinte der dazu „Du bist ganz schön mutig!“.

Oha. Da war es also wieder mal.

Ich dachte nach.

Ich hatte im Grunde genommen vor dem Flug nicht lange überlegt. Bin einfach in den kleinen Flieger gestiegen und habe darauf vertraut, dass alles gut werden würde. Wurde es ja auch.

Im Alltag geht es mir oft ähnlich. Ich mache Dinge einfach, weil mir meine innere Stimme dazu rät oder sie einfach schweigt, was ich als Zustimmung deute. Und mache.

Mutig – Heldin des Alltags

Ich habe dann darüber nachgedacht, wie oft mir schon mitgeteilt wurde, dass ich mutig sei. Das kam immer mal vor und meist bei Gelegenheiten, in denen ich etwas mehr oder weniger Spezielles getan hatte. Und nein, es war nicht wegen eines Bungee-Sprungs, einer Fahrt in einem Rennwagen oder eines ähnlichen Vorhabens gewesen. Es waren eher Ereignisse darunter, die Du Dir nicht einmal in einem Event-Portal buchen kannst.

Worüber allerdings bisher kein Mensch ein Wort verloren hat, ist die Tatsache, dass mein persönlicher Lebensentwurf viel Mut zeigt: Dass ich meinen Lebensunterhalt selbst bestreite, beinhaltet viel Mut.

Ich bin mutig, jeden Tag neu!

Und womöglich geht es Dir auch so.

Ich habe vor sehr langer Zeit entschieden, selbst für meinen Lebensunterhalt zu sorgen und vor langer Zeit, es ausschließlich selbst zu tun. Dass das nicht einfach so passiert, ist mir gar nicht so sonderlich aufgefallen.

Kennst Du, oder? Und das, was Du schon Jahre wie selbstverständlich tust, ist ja irgendwie auch gar nicht der Rede wert. Hatten wir ja schon.

Hat Dir schon einmal irgendjemand zu diesem Dauerzustand gesagt, dass er ihn mutig finde? Mir auch nicht! Muss auch niemand, aber im Vergleich und Zusammenhang mit den oben erwähnten Ereignissen wäre es doch zu erwarten gewesen.

Es ist nämlich sehr mutig, völlig ohne Netz und doppelten Boden sein Leben zu bestreiten. Wenn Du angestellt bist, fühlt sich das vielleicht noch etwas sicherer an. Das kann sich aber schnell als Trugschluss erweisen. Es soll hier ja auch nicht darum gehen, Dir Angst zu machen.

Erkenne Dir an, dass Dir das Lebensmodell, das Du gewählt hast, einiges abfordert – jeden Tag neu. Mut steht da ganz weit vorne! Danach folgt die Zuversicht, dass Du es weiterhin schaffen kannst. Mit eigener Kraft und ohne Absicherung. Sonst würdest Du es nicht tun. Und so fortsetzen. Und nur, weil Du es beherrschst und schon so oft geübt hast, heißt das nicht, dass es nicht mutig wäre.

Du bist eine Heldin des Alltags!

Mutig – Warum Du es nicht so leicht erkennen kannst

Es existiert in vielen Köpfen immer noch die Vorstellung, dass Frau sich einen Mann zu suchen habe, der ihr dann ein gutes Leben ermöglicht. Darunter fällt auch, dass er sie dabei unterstützt, sich den Traum von Familie zu erfüllen. (Kein Aufschrei hier bitte – ich habe die Regeln nicht erfunden!)

Seien wir mal ehrlich: Auf sich alleine gestellt hätten sich viele Frauen nicht getraut, diesen Weg zu gehen. Und Berichte vom Alltag vieler allein Erziehenden geben ihnen ja auch leider recht. Wobei es wunderbare Ausnahmen gibt. Frauen, die es jeden Tag neu schaffen, auch mit Kindern ohne den Mann an ihrer Seite klar zu kommen.

Ich kritisiere nicht den Lebensentwurf, in einer Familie mit der immer noch klassischen oder einer anderen Rollenverteilung leben zu wollen, wünsche mir aber, dass unser Lebensentwurf daneben nicht verblasst.

Wenn Du Dich also gegen das Konstrukt „Mann als Versorger“ entschieden hast, und Du womöglich nicht einmal durch eine Familie abgesichert bist (nur so für den Notfall), heißt das, dass Du Dich dafür entschieden hast, diesen Weg alleine zu gehen. Mag sein, dass dies zunächst einfach so geschehen ist. Das tut der Sache aber keinen Abbruch, dass Du es nun schon eine ganze Weile so bewältigst.

Das heißt, dass Du tagtäglich immense Leistungen eigenverantwortlich erbringen musst. Du musst dafür sorgen, dass Du satt wirst, eine Wohnung hast, Dich angemessen kleidest und auch dafür, dass es Dir sonst gut geht.

Hat Dich dafür schon einmal jemand gelobt, oder Dir attestiert, dass dieser Weg mutig ist? Alleine aus der Tatsache entstehend, dass Du damit immer alleine bist?

Wahrscheinlich liegt es daran, dass sich kaum jemand vorstellen kann, dass Du diesen Weg für Dich bewusst gewählt hast und keine der Frauen bist, die ja eigentlich nach etwas ganz anderem suchen, aber nun ja keine Wahl haben, als sich um sich zu kümmern. Und selbst, wenn es so wäre: Schmälert das den Mut, der dahinter steckt?

Die Wirkung aber ist: Wenn andere Menschen uns etwas nicht anerkennen, neigen wir dazu, es uns selbst auch nicht anzuerkennen. Mit anderen Worten: Wir kommen erst gar nicht darauf, dass wir da etwas sehr Mutiges tun, weil es uns nie jemand so sagt. Es wirkt so normal und wird nicht als erwähnenswert erachtet.

Im Übrigen kann ich mir vorstellen, dass viele Männer auch nicht mehr darüber nachdenken, dass sie selbst für sich sorgen. Dabei gibt es ganz viele Männer, die gar nicht für sich selbst sorgen und sich versorgen lassen. Aber wenn Männer, die sich selbst versorgen, schon nicht permanent darüber sprechen, dass sie etwas Besonderes tun, tun es Frauen wohl noch weniger. Männer wissen meist, ihre Taten anzuerkennen und darüber zu sprechen. Ist so. Das sich-stolz-auf-die-Brust-Klopfen müssen wir Frauen aber noch so was von lernen!

Aber das heißt ja nicht, dass diese Wahrnehmung so bleiben muss: Denn ab sofort feierst Du Dich bitte dafür, dass Du diesen Weg gewählt hast und damit viele Jahre vorwärts gegangen bist.

Mutig – Es ist Zeit für eine Party

Es soll Menschen geben, die ihren runden Geburtstag feiern. Ja, das kann sehr lustig sein, und ja, es ist auch ein Anlass, wenn man ein bestimmtes Alter erreicht hat. Du darfst auch einfach feiern, weil Dir danach ist.

Aber wenn ich jetzt mal schaue, warum diese Geburtstage gefeiert werden, und alle das auch noch feierns-wert finden, frage ich mich, warum wir nicht etwas ganz anderes feiern.

Dass jemand ein bestimmtes Alter erreicht hat, ist in vielen Fällen erst einmal so geschehen und nicht Teil eines Plans (es gibt Ausnahmen, aber die gibt es ja immer).

Dass Du jeden Tag neu dafür sorgst, dass es Dir gut geht, ist für mich viel eher ein Grund zum Feiern.

Erkenne es Dir an, dass Du richtig mutig durchs Leben gehst! Klopf Dir mal auf die Schulter. Mach mal. Jetzt!

Während es viele Menschen gibt, die sich darauf verlassen (können), dass ein anderer Mensch zumindest finanziell für ihr Wohlergehen sorgt, machst Du das tagtäglich selbst.

JEDEN TAG. SELBST.

Ich finde, das ist eine Party wert. Du kannst sie nun groß feiern oder nur mit Dir. Nur mit Dir würde gut passen, denn Du bist ja diejenige, die es sich verdient hat.

Leg für Dich einen Jahrestag fest, an dem Du Dich genau dafür feierst. Und die Party steht für etwas Schönes, das Du Dir an diesem Tag gönnst. Eine Party kann natürlich dann doch auch eine Party sein. Und den Jahrestag darfst Du auch in einen Monatstag ändern.

Du bist mutig!

Überleg Dir etwas Schönes für Dich. Und dann zelebriere das.

Erzähle mir unbedingt davon, wie Du Dich feierst. Oder auch, warum Du es nicht tust. Ich bin sehr gespannt.

Die unsichtbare Frau bist womöglich auch Du

Die unsichtbare Frau bist womöglich auch Du

Ich bin die unsichtbare Frau! Bist Du auch so eine?

Eine der Frauen, die sich selbst versorgt, ernährt, bekocht, ihren Alltag regelt, arbeiten geht und keine Kinder (und womöglich auch keinen Partner) hat? Hast Du mal bemerkt, wie oft genau in diesem Zusammenhang über uns gesprochen oder geschrieben wird?

Nein? Dann ist ja alles gut! Denn über uns wird nämlich auch kaum ein Wort verloren.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf, das „neue“ Rollenbild der Frau, die besonderen Herausforderungen, die eine Frau mit Kindern hat… Über all das wird geschrieben und auch mal trefflich gestritten. Es ist vieles nicht in Ordnung, aber das ist es nicht immer nur bei denen, die Kinder und einen Mann und damit eine eigene Familie haben. Oder denen, bei denen der Mann nicht mehr vorhanden ist und sie nun mit Kind alleine für sich zu sorgen haben.

Da gibt es nämlich auch noch uns. Wir, die Frauen mit Beruf und ohne Kind. Du bist auch eine? Dann lass uns heute mal darüber „sprechen“, dass wir uns nicht gefallen lassen müssen, nicht sichtbar zu sein und übersehen zu werden! Lies heute davon, wie Dein Anteil am Sichtbarwerden sein kann.

Ganz schön Haase

Ich war vor einiger Zeit mit einer ehemaligen Kollegin unterwegs. Besagte Kollegin ist eine Frau, die weiß, was sie will und was nicht. Sie war schon immer zielorientiert und hat ihren Weg gemacht. Dabei ist sie sympathisch und bodenständig geblieben. Das mag ich so an ihr.

Wir sind nach einem Arbeitstag schön essen gegangen und haben es uns gutgehen lassen. Sie erzählte vom Female Leadership-Programm ihres Arbeitgebers und davon, dass sie sich in der Runde berufstätiger Mütter und dem Aufgreifen der Probleme dieser Frauen nicht so recht wiederfinden konnte.

„Welche Probleme ich im Berufs-Alltag haben könnte, spielt fast keine Rolle. Es geht hauptsächlich darum, wie Frauen Familie und Beruf geregelt bekommen. Dabei gibt es doch auch bei mir und damit bei uns Aufgaben, die für uns eine Herausforderung darstellen. Die eben anders aussehen als die Probleme der Mütter. Das ist aber überhaupt kein Thema!“

Sie hatte Recht.

Wer kümmert sich eigentlich um unsere Themen?
Und warum müssen wir uns überhaupt diese Fragen stellen?

Die unsichtbare Frau – Ist sie das?

Seit diesem Tag bin ich „unserem“ Thema gegenüber naturgemäß sensibilisiert. Das ist ja oft so, wenn Du über etwas intensiver sprichst: Kaum ist der Blick geöffnet, siehst Du es überall. Aber in dem Fall war es eben anders. Sind wir unsichtbar? Seit diesem Tag halte ich die Augen und Ohren offen, ob sich der Eindruck bestätigen würde. Und das hat er. Ja, wir sind die unsichtbare Frau. Wir sind die, die eben auch irgendwo zu finden sind, als würden wir irgendwo so mitlaufen.

Über uns würde niemand einen Artikel schreiben, weil das, was wir tun, anscheinend normal und natürlich auch ganz einfach ist. Wir haben ja keine Kinder und damit nicht die Aufgabe, Beruf und Familie zu unter einen Hut zu bekommen.

Als wenn es nur darum ginge…

Natürlich wird über Single-Frauen einiges geschrieben. Im Zusammenhang mit dem, was sie von einem Partner erwarten. Oder dem, was sie sonst so tun, wenn sie zu Hause sind. Es finden sich Artikel über die Wohnsituation, das Ausgehverhalten und womöglich noch das Konsumverhalten an verschiedenen Stellen.

Es wird auch immer noch über die sogenannten Karrierefrauen geschrieben. Die, die über Leichen gehen und irgendwie anscheinend kein Privatleben haben. Die Anti-Frau sozusagen. Ich lasse das mal so stehen.

Über uns, die beruflich erfolgreiche Frau ohne Kind, die nicht in das Raster Karrierefrau passt, die Probleme, die wir haben könnten und somit das, wovon meine Kollegin gesprochen hatte: Wo und durch wen werden diese Themen aufgegriffen? Und das Berufliche wäre ja nur ein Teil unseres Alltags, wenn auch für uns ein bedeutender Teil.

Die unsichtbare Frau – Gestern und heute

Wir sind die, die ein Lebensmodell gewählt haben, das vor einigen Jahrzehnten nur denen vergönnt war, die sich mit viel Geld in der Hinterhand erlauben konnten, gegen die Standardversion eines Lebens zu entscheiden, das auch heute noch als normal und erstrebenswert dargestellt wird. Neben den reichen Frauen, die sich für ein solches Leben entschieden haben, gab es noch die Künstlerin, die sicher nicht immer wusste, wie sie das mit ihrem Lebensunterhalt schaffen konnte.

Die meisten Frauen jedoch waren vereinnahmt im Streben nach Partnerschaft und Familie. Das ging oft nicht anders. Ohne dieses Modell blieben sie oft unversorgt, und / oder wurden als alte Jungfern abgetan, die irgendwann versäumt hatten, sich auf dem Markt angemessen zu zeigen, bedauernswerte Geschöpfe.

Heute haben wir ja mehr denn je die Wahl. Könnte man meinen. Ist aber irgendwie auch wieder ganz anders.

Viele Frauen haben sich noch nicht wirklich befreit davon, Ehefrau sein zu wollen, wenn ich damit mal anfange. Weil viele andere Frauen genau dies anstreben. Wenn für eine Frau „der schönste Tag im Leben“ die Hochzeit bleibt, dann hat sie in meinen Augen irgendetwas vom Leben nicht so richtig verstanden.

Es lebe die Romantik! Zu Risiken und Nebenwirkungen fragst Du mal besser die, die es schon hinter sich haben.

Die unsichtbare Frau – Sorgt unauffällig für sich selbst

Die anderen Frauen und im konkreten Fall die, die selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen, sind entgegen der Erwartungshaltung, die in mir aufkommen könnte, keine Heldinnen des Alltags, sondern die immer noch irgendwie bedauernswerten Menschen, die eben niemanden gefunden haben. Und leider glauben das einige von uns auch immer mal noch selbst.

Hat Dir jemand schon einmal auf die Schulter geklopft, weil Du Dein Leben im Griff hast? Vielleicht Du selbst? Genau das meine ich. Während Mütter eine Stimme haben (das ist gut!), haben wir uns hintenangestellt und glauben, im Vergleich zu den Müttern nichts vorweisen zu können. Oder hast Du schon oft oder überhaupt davon erzählt, was Du so alles zu leisten hast?

Es scheint nämlich, als hätten wir es einfacher im Leben. Denn wir haben in den Augen mancher Menschen ja so keine Verpflichtungen. Wir gehen ja nur arbeiten, können uns daneben die Zeit einteilen und unser Leben leben. Glaubst Du am Ende auch noch selbst, oder?

Wäre ja schön, wenn es so wäre.

Wir lieben (hoffentlich) unseren Beruf, dem wir auch eine Priorität einräumen. Mein Beruf ist mein Kind, mit dem ich mich täglich beschäftige. Ich arbeite, um mich zu ernähren, aber ich liebe es auch zu arbeiten. Wenn ich das Gefühl habe, mit meinem Tun jemandem geholfen zu haben, dann ist das meine Erfüllung. Und ja, mein Kind fordert mich auch nach den sogenannten Arbeitszeiten. Das ist meine Einstellung zu dem, was ich liebe.

Die unsichtbare Frau – Erkenne Deine Leistung

Hut ab vor der Aufgabe und dem Vereinnahmt-Werden als Mutter! Irgendwie habe ich schon früh gespürt, dass das einfach nicht mein Ding ist. Aber deshalb habe ich es nur in dieser Angelegenheit leichter.

Wenn Du nämlich Dein Leben lang dafür sorgen musst, Dir Deinen Lebensunterhalt eigenständig zu verdienen, ist das eine immense Leistung, jeden Tag erneut. Ich bin sehr froh, dass ich es kann und fühle mich damit überwiegend frei (zugegeben, ab und an wäre es eben auch mal schön, nicht darüber nachdenken zu müssen). Für sich zu sorgen ist eine permanente Anstrengung, die es in sich hat.

Frauen, die sich ganz alleine ihren Lebensunterhalt eigenständig verdienen (müssen), sind zuhauf in der Gesellschaft zu finden. Aber gefühlt nehme ich nicht wahr, dass es sie gibt – mich eingeschlossen. Wir leben nicht nur, sondern wir überleben und das auf unsere eigene Art.

Wir sollten uns feiern für das, was wir täglich leisten!

Oft ist unser Weg dem von vielen Männern sehr ähnlich, nur dass wir eben nicht noch für jemanden zusätzlich Geld verdienen (müssen), sondern nur für uns selbst.

Das wiederum scheint manchem ein Anlass zu sein, uns genau das vorzuwerfen. Ist ja auch einfach, denn wir sind nicht die, die der Norm entsprechen, obwohl wir wiederum viele sind – in allen Altersklassen. Da kommt schnell das Wort „Egoismus“ ins Spiel.

Die unsichtbare Frau – Dreh den Spieß um!

Wenn Du wie ich schon immer diejenige warst, die für sich selbst gesorgt hat: Sei verdammt stolz darauf! Es gibt keinen Grund, dass Du Dir einreden lassen musst, dass da irgendwas nicht rund gelaufen ist. Alles, was Du Dir erarbeitet hast, ist ein Grund, Dir mal auf die Schulter zu klopfen. Das darfst Du. Und sollst Du.

Frauen mit Familie sind stolz auf ihre Kinder oder ihren Mann und hoffentlich auf sich, weil sie eben ihren Teil zum Gelingen der Familie beitragen.

Sei Du stolz darauf, dass Du dazu beigetragen hast, so zu werden und so zu leben, wie Du es gerade tust. Du musst Dich nicht verstecken hinter denen, die Mutter geworden sind.

Spüre den Stolz auf das, was Du für Dich erreicht und getan hast. Und jeden Tag neu tust.

Für Dich.

Es war sicher nicht immer schön, und es ist auch sicher immer mal schwer. Darüber dürfen wir sprechen und uns auch damit zeigen. Denn es ist nicht selbstverständlich, dass wir das leisten, was wir leisten.

Insofern ist es an der Zeit, dass wir aus der unsichtbaren Frau die sichtbare Frau werden lassen.

Uns zu zeigen liegt ja vor allem an uns!

Fang heute damit an!

Schreib mir unbedingt, wie es Dir bisher ergangen ist. Hast Du über das Thema schon nachgedacht? Gibt es etwas, dass Dich in dem Zusammenhang richtig freut oder aufregt?

Du bist nicht das, was Andere in Dir sehen wollen!

Du bist nicht das, was Andere in Dir sehen wollen!

Menschen sehen das (in Dir), was sie sehen wollen. Nicht mehr. Nicht weniger. Und da das so ist, kannst Du Dich auch entsprechend verhalten.

Heute erzähle ich Dir, wie ich es halte, und was Du für Dich vermeiden kannst. An einer Stelle war ich nämlich ganz schön unaufmerksam.

Ganz schön Haase

Letzt in Bunkerhausen: Meinen Projekt-Kolleginnen ist aufgefallen, dass ich am Mittag meist einen Salat esse. Ok, es ist ihnen eigentlich aufgefallen, dass ich AUSSCHLIESSLICH Salat esse, aber das stimmt so nicht und taugt als Beispiel dafür, was Menschen wahrnehmen und was nicht.

In der Tat esse ich FAST immer Salat. Die Auswahl ist meist vielfältig; ich finde also fast immer etwas, das mir schmecken könnte. Der Grund ist einfach: Irgendetwas wird in der Kantine in Bunkerhausen bei der Essenszubereitung verwendet, das ich super schlecht vertrage. Da ich zu Hause mit diesen Problemen kaum zu tun habe, vermute ich, dass irgendein Zusatzstoff in irgendeinem Würzmittel oder irgendein Öl etwas enthält, das mir arge Probleme bereitet.

Und glaube mir, das tut, wenn ich es doch esse, im Nachgang richtig weh und ist mehr als unangenehm – besonders, wenn ich mich auf der Rückreise befinde. Es gibt wenige Gerichte in Bunkerhausen, bei denen ich diese Probleme nicht habe.

Spinat zum Beispiel, und auf den freue ich mich auch immer. Grünkohl ging letztens nicht. Also gibt es keinen mehr, obwohl ich den gerne mag.

Aus der Erfahrung heraus habe ich also für mich entschieden, dass der Salat die sichere Bank ist. Nach dem Verzehr desselben habe ich nämlich noch keine Probleme verspürt. Ergo: Es gibt also meist einen Salat für mich, den ich mir frisch zusammenstelle.

Das Gute daran ist, dass ich Salat gerne mag!

Nun habe ich den Mittags-Kollegen auch schon öfter von meinen Problemen und meiner Lösung erzählt. Sie könnten die Hintergründe also wissen und sich auch gemerkt haben.

Haben sie aber nicht.

Was Menschen in Dir sehen wollen – Die Falle, in die Du tappen könntest

Heute hörte ich also – mal wieder: „Birgit isst ja keine Süßigkeiten. Sie isst ja immer Salat.“ (Ich habe übrigens keine Ahnung, wann ich mich beim Süßigkeiten-Essen versteckt haben sollte. Wahrscheinlich trage ich da immer eine Tarnkappe. Ich esse zwar selten Süßigkeiten, weil ich sie nicht soooooo gerne mag, aber NIE wäre wirklich weit untertrieben. Wenn es Kuchen gibt, lange ich auch meist zu. Kuchen mag ich nämlich!).

Dass ich wiederum IMMER Salat esse, ist mir nun gar nicht aufgefallen. Allerdings ist das auch gar nicht das Problem. Denn dieser Satz wurde nicht gesagt, weil er den Tatsachen entspricht, sondern um mir unterschwellig mitzuteilen, dass ich ja so verdammt diszipliniert bin, und irgendwie hörte ich da Neid heraus.

Ich scheine also für Disziplin zu stehen. In der Tat stehe ich auf Disziplin. Manchmal und zum richtigen Zeitpunkt.

Ich kann also durchaus sehr diszipliniert sein – auch in dem Salat-Fall. Aber würdest Du Dir etwas einverleiben, von dem Du weißt, dass Du es mal so gar nicht verträgst? Etwas, das Dir im Nachgang Schmerzen bereiten wird? Es mag Menschen geben, die sich gerne quälen. Ich gehöre nicht dazu, und das Essen hier ist zwar geschmacklich in Ordnung, aber nicht so ein Genuss, dass die Reue es wert wäre. NEIN!

Darum geht es den Kollegen aber gar nicht. Ich war in dem Moment mal wieder die Außenseiterin mit meiner vermeintlichen Disziplin. Da ich in dem Moment des Spruchs von dieser Äußerung überrascht wurde, habe ich die Lage erklärt.

Ganz schlecht! Denn wer sich erklärt, hat Gründe.

Ertappt! (Ich sammle schwache Momente, um sie zu vermeiden. Nun habe ich einen mehr auf der Liste.) Wen muss es interessieren, was ich esse? Wen geht es was an? Und wenn es nicht ums Essen geht, dann erzählen mir Menschen, dass ich ja so brav Sport mache oder so fleißig bin oder… Ja, stimmt alles, irgendwann und immer mal wieder, aber was wollen sie wirklich damit sagen?

Was Menschen in Dir sehen wollen – Rückschlüsse

Ich hätte also besser anders auf den Satz reagiert. Du kannst das Ganze humorvoll aufgreifen. So zum Beispiel „Oh ja, Salat-Essen ist mal richtig anstrengend! Letzt habe ich mit einer Schnecke um ein Salatblatt gekämpft. Ich war so ausgehungert, und deshalb hat sie gewonnen.“

Es bleibt: Ich werde in besagten Momenten nicht gelobt, sondern auf eine gewisse Art ausgegrenzt. Neid muss man sich verdienen, und so darf ich wohl stolz sein, etwas richtig gemacht zu haben. Bin ich aber nicht.

Denn das ist nicht meine Motivation und sollte auch nicht Deine sein. Wo kämen wir denn hin?

Du solltest, wenn Du ähnliches kennst, Dich davon nicht davon abbringen lassen, es weiter zu tun, wenn es Dir guttut!

Du musst Dich nicht erklären, und selbst wenn Du es tust, wird Dir doch eh kaum jemand zuhören. Die Menschen hören und sehen das, was sie hören und sehen wollen. Sie tragen ihre ganz eigene, auf ihr Inneres ausgerichtete Brille. Es ist ihre Brille, und die steht Dir nicht unbedingt gut.

Mach also das, was Dir hilft und Dich weiterbringt. Oder schmeichelt. Oder Deine Seele erfüllt. Und wenn Du der einzige Mensch in Deiner Riege bist, der es so hält.

Du darfst das.
Vom Sollen ganz zu schweigen.

Die Meinung der Anderen sollte Dir dann bitteschön auch völlig am Allerwertesten vorbei gehen.

Wie ist Deine Meinung? Hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder hast Du schon einmal Dein Verhalten an die Gruppe angepasst, so dass es Dir nicht mehr gutgetan hat? Ich bin gespannt auf Deinen Kommentar!

Sturmfrei – besser so als anders!

Sturmfrei – besser so als anders!

Vor zwei Wochen habe ich mir sturmfrei genommen. Ja, das geht! Sturmfrei war früher ja eher eine passive Angelegenheit. Waren die Eltern fort, konnte man ungestört in der Wohnung Unfug treiben. Mein Sturmfrei war dieses Mal aktiv und geschah aus Gründen. Und mit Unfug hatte es auch wenig zu tun. Im Gegenteil.

Es gibt Situationen, in denen Du gegen den Strom schwimmen oder besser gesagt, Dich dazu entscheiden solltest, etwas anders zu machen, als es die Anderen gerade tun. Ein sehr anschauliches Beispiel habe ich selbst erlebt, als vor kurzem der Orkan Friederike über Deutschland hinweg gezogen ist.

Lies heute davon, warum Du in gewissen Situationen einfach mal an Dich denken solltest und dass Du sehr zufrieden damit sein kannst, wenn Du es durchgezogen hast.

Sturmfrei – Denk zuerst an Dich

Vorweg dies: Ich werde immer ein Problem mit Egoisten haben, und es sind mir schon einige begegnet. Aber ich weiß, dass es einen feinen Unterschied zwischen diesen Menschen, die gnadenlos über andere Interessen hinweg etwas für sich entscheiden, und den Menschen gibt, die an sich denken und sich damit Gutes tun, ohne jemand anderen zu schaden.

Ganz schön Haase

Ein Wintertag. Da saß ich nun auf meiner Couch nach der Fahrt, die am frühen Morgen begonnen hatte. Ein leichter Wind wehte; die Sonne schien, und das war seit Wochen das erste Mal. Ich fühlte mich erleichtert und gleichzeitig irgendwie mies. Fast wie eine Verräterin. Aberwitzig! Dazu später mehr.

Der Sturm Friederike zeigte in anderen Teilen Deutschlands gerade seine ganze Macht. Ich versuchte, mit den neuesten Nachrichten Schritt zu halten und ließ es dann sein. Der Bahnverkehr in Deutschland war komplett eingestellt. Viele Menschen saßen fest, genau dort, wo sie zu diesem Zeitpunkt eben waren.

Ich war aus tiefem Herzen froh, dass ich zu Hause war. Das war der Plan gewesen, und dieses Mal war es so gekommen, wie ich es geplant hatte. Und dennoch: Ich genoss mein Zuhause und spürte, dass ich mir dieses Gefühl, zufrieden sein zu können, nicht so gestattete, wie ich es gekonnt hätte.

Aber: Hey, ich hatte alles richtiggemacht!

Und doch fühlte es sich noch anders an.

Ja, ich muss mich auch manchmal sortieren. Dieses Mal musste ich mir zur Verstärkung anerkennend auf die Schulter klopfen und laut aussprechen, dass es gut war, wie es war.

Genau das solltest Du auch tun. Ganz oft und vor allem immer dann, wenn Du mal an Dich gedacht hast, und es gut so war.

Sturmfrei – Fange bei Dir an, bevor Du mit etwas anderem anfängst

Tage zuvor schon war er angekündigt gewesen, dieser Orkan. Die Modelle der Wetterfrösche waren sich nicht einig, wo genau der Sturm wüten sollte, aber dass er heftig werden würde, und dass er auf jeden Fall an diesem Donnerstag eintreffen sollte, war klar.

Ganz schön Haase

Ich war wie so oft geschäftlich unterwegs. Der Donnerstag ist so ein klassischer Rückreisetag, und ich hatte keine Lust, auf der Reise durch Wind ausgebremst zu werden. Also beobachtete ich schon Tage vorher, wie sich das Ganze entwickeln sollte. Ich plante schon innerlich, notfalls schon am Mittwochabend nach Hause zu fahren.

Am Dienstag war dann klar, dass der Sturm ab dem Donnerstagmittag über Niedersachsen und damit dort, wo ich mich geschäftlich aufgehalten habe, wüten sollte. Für mich gab es dann nur noch eine Reaktion: Ich würde am frühen Morgen des Donnerstags abreisen. Richtig früh, damit ich zu keiner Zeit in den vorhergesagten Verlauf des Sturms geraten würde.

Der Plan war gefasst und alles für die Umsetzung bereit.

Ich ließ mich nun auch nicht mehr davon abbringen, die ursprüngliche Planung zu verändern.

Mach das unbedingt auch. Wenn Du siehst, dass Du handeln solltest, zögere nicht, es auch zu tun. Für Dich.

Sturmfrei – Lass Dich nicht vom Plan abbringen

Ich kann mich auf meine Intuition meist verlassen. Die sprach diesmal deutlich: Fahr heim!

Wenn Du also ein Gefühl hast, dass Du etwas tun solltest, mach es. Ziehe es durch.

Ganz schön Haase

Ich hatte also meine Zugfahrkarte umgetauscht (Es gab bereits am Mittwochabend das Angebot der Deutschen Bahn, die Tickets kostenfrei zurückgeben zu können. Dies habe ich umgehend gemacht, und ich hatte am nächsten Tag schon die Erstattung auf dem Konto – Lief bei mir!)

Am Morgen des Donnerstags genoss ich noch das leckere Frühstück des Hotels und ließ mich dann zum Bahnhof bringen. Die Kollegen, mit denen ich immer frühstücke, schauten mich leicht verwundert an, und ich hatte das Gefühl, dass sie mich auch ein wenig belächelten.

Ich war ja schon auf dem Weg, und ich wollte mir da auch nichts einreden lassen. Für mich war klar: Wenn der Sturm sich dann doch noch zum lauen Lüftchen entwickeln würde, hätte ich ja dennoch keinen Nachteil erfahren, sondern einfach mehr Zeit zu Hause verbracht.

Hätte ich aber vor der Umsetzung des neuen Plans noch ausführlicher mit irgendwem gesprochen, hätte mich womöglich noch jemand „überzeugt“, es anders zu machen. Ich bin wirklich nicht sicher, ob mich nicht noch irgendetwas oder irgendwer zum Umdenken gebracht hätte.

Es fühlte sich also merkwürdig an, am Morgen, wo noch alles ruhig war, in den Zug zu steigen und Richtung Heimat zu fahren. Ich war aus der Gruppe ausgebrochen, und das hatte einen gewissen Beigeschmack. Rückblickend betrachtet hatte ich fast das Gefühl, die Anderen im Stich zu lassen. (Das ist schon ein bisschen schräg, aber es war, wie es war)

Und ich machte natürlich weiter.

Das solltest Du auch tun. Wenn Du merkst, dass Du mit Deiner Entscheidung zunächst alleine auf weiter Flur stehst, dann steh zu Deiner Entscheidung. Du hast keinen Grund, es wie alle anderen zu machen. Es gibt viele Ereignisse, bei denen die, die mit der Masse liefen, keine gute Wahl getroffen hatten.

Höre auf Deine Stimme.

Sturmfrei – Verfolge den Plan!

Wenn Du mal angefangen hast mit dem Umsetzen Deines eigenen Plans, dann fühlt es sich nicht immer nur gut an. Dennoch: Mach weiter!

Ganz schön Haase

Die Rückfahrt verlief problemlos. Das kann auch mal anders sein, aber dieses Mal sollte alles klappen. Ich hatte es so richtig schön. Alle Züge waren pünktlich und vor allem noch ganz leer. Auf der Fahrt erfuhr ich, dass der Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen eingestellt wurde. Es würde also in der Tat heftiger werden mit diesem Sturm.

Ich kam gut nach Hause. Zu der Zeit wehte dort bereits ein ordentlicher Wind. Der sollte dann hier aufhören, während in anderen Gegenden das Chaos ausbrach.

Die Nachrichten verhießen nichts Gutes. Eine Kollegin machte sich dann doch schon am Mittag statt am Nachmittag auf den Rückweg, kam aber nur bis in die große Stadt und hing dann fest. Mir tat es leid, dass es so war, und kurzzeitig verdrängte dies meine Zufriedenheit, es anders gehalten zu haben. Aber eben nur vorübergehend.

Ich hatte alles richtiggemacht!

Also habe ich mich gut gefühlt und mir erlaubt, mich gut zu fühlen. Denn nur, weil ich richtig gehandelt hatte, war ich nun zu Hause und ohne Ärger dort angekommen. Es hätte ja auch niemandem etwas genutzt, wenn ich noch länger geblieben wäre. DAS ist im Übrigen ein Argument, das Dich wirklich überzeugen sollte.

Ich bin eine Freundin von solidarischer Unterstützung. Aber die sollte nicht sinnfrei sein. Es hätte nun wirklich nicht geholfen, wenn ich auch noch irgendwo herumgestanden und gewartet hätte.

Sturmfrei – Ist das, was Du daraus machst. Für Dich.

Schon Tage vorher wurde angekündigt, dass es zu einem heftigen Sturm kommen könnte. Es war auch nicht das erste Mal, dass ein solcher heftiger Wind über das Land fegte. Die möglichen Auswirkungen wurden überall bekanntgegeben und nicht von denen in der Vergangenheit abweichen.

Es ist richtig mies, auf der Fahrt nach irgendwo zu sein und dann unterwegs festzusitzen und nicht vorwärts zu kommen.

Und weißt Du was? Ich verstehe nicht, dass es noch so viele Menschen gegeben hat, die anders entschieden hatten. Irgendwo festzusitzen war für mich keine Option. Warum es für die Anderen eine war, weiß ich nicht. Aber sie haben so für sich entschieden.

Ich hatte für mich entschieden. (Das ist so ein kleines Bisschen wie mit dem Älterwerden – alles eine Frage der Entscheidung!)

Wenn Du also dieses Gefühl hast, etwas für Dich tun zu müssen, auch wenn das für Dich bedeutet, einen anderen Weg als die Anderen zu gehen, dann mache es! Hab kein schlechtes Gewissen, an Dich zu denken. Die Anderen können ja auch an sich denken. In den allermeisten Fällen tust Du niemandem weh, Dich so zu verhalten, wenn Du etwas für Dich tust.

Du lässt niemanden im Stich. Es sind alles erwachsene Menschen, die für sich entscheiden. Gleichzeitig tust Du Dir viel Gutes, alleine schon, weil es sich im Nachgang richtig gut anfühlt, es durchgezogen zu haben.

Denke nicht darüber nach, dass die Anderen neidisch auf Dich sein könnten, weil Du etwas tust, was sie sich nicht trauen (aus welchen Gründen auch immer). Dass sie sich nicht trauen oder einfach nur lethargisch sind (erinnert mich ein bisschen an das Kaninchen vor der Schlange) und auf das Beste hoffen, dafür kannst Du nichts.

Sei Dir bewusst, dass es gut ist, dass Du so gehandelt hast, und ja, darauf darfst Du auch stolz sein – was auch immer der Auslöser war.

Denn wenn Du nicht an Dich denkst – wer sollte es sonst tun?

Schreib mir gerne einen Kommentar und teile mir Deine Erfahrungen mit, die Du in ähnlichen Situationen schon gemacht hast. Ich freue mich auf Deine Meinung!

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